Rundbrief Nr.1                                                                                 December 1998

 

Andreas & Sheila Saar

18081 Fieldbury Lane

Huntington Beach, California  92647

 

Tel:       1 (714) 841 5306

Mobil:  1 (714) 329 5746

Email :  AndSaar@aol.com

            SheLaSaar@aol.com

 

 

 

An alle unsere Verwandten, Freunde und Bekannten

News from California!

 

 

Well, it was quite an exciting time!!  Aber ich denke, daß wir jetzt das gröbste geschafft haben.

Wir sind in unserem Haus, haben bis auf ein paar Bücherkisten alles ausgepackt und soweit wieder eingeräumt und fangen an, uns an das Leben hier in Kalifornien zu gewöhnen.

Und das ist ganz angenehm. Zu mindestens bezogen auf das Wetter können wir uns hier nicht beschweren.  Ich glaube, wir hatten bis jetzt erst 2 mal etwas Regen und das war dazu noch nachts. Ansonsten schient die Sonne und nichts als die Sonne!  Die Woche vor Weihnachten war es ausgesprochen kühl, was die Leute hier so als kühl verstehen (um die 10°C nachts – die haben sogar heiße Suppe ausgegeben) aber seit letzter Woche ist es wieder so warm wie man es von einem deutschen Sommer kennt (ca. 22-25° am Tag). Das beiliegende Foto ist am Heiligabend aufgenommen. Wenn wir all die Nachrichten speziell vom Osten der USA hören, dann fühlen wir uns schon ganz wohl hier.

Allerdings möchten wir den Schnee nicht ganz missen und deswegen werden wir in den nächsten Wochen noch mal zum Ski fahren in die umliegenden Berge fahren.

Eigentlich wollte ich diesen Brief schon zu Weihnachten geschrieben haben, aber wie immer war die Zeit vor und während der Feiertage sehr busy. Wie möchten deshalb auf diesem Wege nochmals allen ein gutes und gesundes Neues Jahr wünschen.  Wir hoffen, daß Ihr alle gut reingekommen seid. Wir hatten  sehr schöne Weihnachten; halt etwas anderes – bezogen auf das Wetter und bei der Beleuchtung der Häuser macht man sich keine Vorstellung, was sich die Amis alles einfallen lassen (das muß man mal gesehen haben!!) Jedoch nicht auf das Essen – Turkey, like in Old England und das gleich 2mal.

Silvester waren bei unseren Nachbarn zur „NewYears Eve Party“ eingeladen. Es war sehr nett und lustig. Allerdings mehr etwas für die Tanzfaulen (nix für Lena): Tanzen  scheint nicht hier nicht so „in“ zu sein, zumindestens was unsere Nachbarn angeht, dafür gab es Quiz Spiele.  Und die Ballerei war auch sehr bescheiden. (Ich glaube ich habe 1 - 2 Raketen gesehen!!)

Ansonsten denke ich haben wir es hier sehr gut getroffen. Alle sind sehr hilfsbereit und nett.

 

Ja, nun sind wir endlich „legal“ – wie man hier so sagt und ich (Andreas) habe endlich meine Social Security Number und Driver License. Ohne diese beiden Nummer bist du eigentlich nichts hier und kommst auch nicht weit. Selbst der Kauf eines Handy scheiterte fast, weil ich keine Driver License hatte. Wie immer hängt eins vom anderen ab und das braucht Zeit.

Und wie immer hatten wir nicht damit gerechnete, daß die bürokratischen Mühlen auch hier in USA länger brauchen als man denkt. 

Ja und so spielt sich das ganze ab!

§         Ende Mai: Andreas bekommt Anruf aus USA. Du wirst hier gebraucht. Wann: asap.

§         Anfang Juni: Andreas fliegt in die USA um alles abzuklären (eigentlich gab es nichts mehr abzuklären, weil d. neue Position bzw. Jobwechsel schon offiziell angekündigt wurde)

§         Ende Juni: Alle Papiere sind zusammen L1-Visa wird beantragt und abgeschickt.  Rechtsanwalt spricht von 45 Tagen.

§         Anfang Juli: Harald will unbedingt unser Haus kaufen!? Sollen wir das jetzt schon machen?

§         Ende Juli: Sheila kommt mit in die USA, um sich umzuschauen und nach Häusern zu sehen.

§         28.07.98  Wir unterschreiben Kaufvertrag für unser Haus in Huntington Beach. Scheint zu funktionieren, obwohl wir noch kein Visa haben, kein Bank account etc. Man traut uns – Familie mit 2 Kindern!!!

§         Anfang August: Wir verkaufen unser Haus an Harald und Annette. Termin Anfang Oktober

§         Mitte Oktober. Andreas muß wieder in die USA. User meetings etc. Melde die Kinder in der Schule an. Außer viel Papierkram und Nachweisen, daß sie gegen alles mögliche geimpft sind scheint dies ohne Problem zu funktionieren. (Ohne weiteren Nachweis)

§         Ich eröffne einen Bankaccount. Funktioniert auch. Bekomme sogar Schecks. Ohne die läuft hier nichts. Jeder zahlt mit Scheck oder Creditcard!!  Ich kläre alles mit unserem Haus in HB (Kredit, Haus Inspektion etc.) Scheint alles zu klappen.

§         Wir entscheiden zum 10.9.98 umzuziehen.

§         Pit und Sheila’s Vater sterben.  Auf das waren wir nicht vorbereitet!

§         Anfang September: Ich komme aus USA zurück. Bis jetzt noch nichts vom Visa gehört. Soll in den nächsten Tagen kommen.
Wir haben nur 10 Tage für 2 Beerdigungen, Haus räumen, sauber machen und uns von allen zu verabschieden. Wie soll das gehen??

§         8.9.1988 Die Möbelpacker kommen mit einem 40 ft. Container. Gigantisch, aber er wurde voll. In 2 Tagen ist alles verpackt, Haus leer und wir haben nur noch ein paar Koffer.

§         Freitag: Letzter Tag für die Kinder in der Schule und Putztag. Danke an Uschi, Elke, Sigrid und Mutti.

§         Samstag: Es regnet ununterbrochen. Scheint symptomatisch für den Sommer 98. Wir übergeben unser Haus an Harald. Schon etwas komisch nach 14 Jahren. Aber was tun???  Visa noch nicht da. Der Rechtsanwalt sagt, wir sollen, dürfen nicht einreisen.

§         Entscheidung:  Andreas fliegt. Sheila bleibt mit den Kinder bei Oma im Taunus und wartet.

§         Keiner kann mir sagen wie lange das noch dauern soll. Ich besorge ein Apartment Huntington Beach (Nähe der Schule, die schon angefangen hat).  Sheila kommt mit den Kindern als Tourist eine Woche später nach.

§         Wir sind froh, daß wir wieder zusammen sind. 3 Monate dürfen wir als Touristen bleiben.

§         Das Apartment ist ganz schön und mit der Schule klappt auch alles problemlos. Es ist halt nicht ganz „legal“!!!

§         Da Sheila und ich sowieso Mitte Oktober wieder zurück müssen, wird das bis dahin wohl schon klappen.

§         Anfang Oktober: Nach einigen Geldtransferproblemen übernehmen wir unserer Haus wie geplant. Scheint auch als Tourist zu funktionieren, wenn du genug Geld hast!

§         Die Zeit vergeht im Flug. Ich (Andreas) muß meinen Vertrag in Deutschland verlängern, da ich ohne gültiges Visa natürlich nicht in US arbeiten darf. Na ja, außer das sie mir die Cooperated AMEX ohne Ankündigung entzogen haben (dies merke ich erst nachdem ich einem guten Restaurant nach einem Essen mit Freunden zahlen wollte!!!), bekomme ich weiter mein Geld in Germany.

§         Mitte Oktober. Ich muß zum User Meeting nach Frankfurt fliegen, aber kein Visa in Sicht.

§         Die Kinder müssen 2 Tage zu Freunden, da Sheila auch nach Germany muß, um Ihre letzten Tage bei Lufthansa abzuarbeiten. Es wird etwas kompliziert.

§         Nun habe ich die Kinder für 2.5 Wochen. Schule, Arbeit, Einkaufen, Scout-Meeitngs, Halloween. Es wird etwas stressig.

§         Ende Oktober: Der Container ist angekommen. Zoll fragt zwar nach Visa. Scheint aber auch ohne zu klappen.

§         29.09.98 Der Container ist durch den Zoll und wird geliefert. Sheila zieht es vor noch in Germany zu verweilen. Das Haus verwandelt sich zu einem größeren Chaos. Die Beschriftung der Kisten ist unleserlich. Weder deutsch noch englisch!
Da das Telefon noch nicht angeschlossen ist taucht gegen mittag meine Sekretärin auf und teilt mir mit, daß die Schule angerufen hat, Rebecca seit krank. Peinlich: die wußten nämlich nicht das wir vorübergehend im Appartement wohnen. Abends sind wir (Marc, Rebecca und ich) alle ziemlich fertig!

§         Das darauffolgende Wochenende ziehen wir vom Appartement ins Haus um. Sheila weilt noch bei Anneliese in Germany. Es ist Halloween und unsere Nachbar von gegenüber haben uns zu einer Party eingeladen. Wir lernen alle kennen.

§         10. November: Sheila kommt zurück – ich bin froh – Genau am selben Tag erfahre ich daß das Visum genehmigt wurde.
Endlich: nach über 4 Monate. Oder? – Nein, es ist nur eine „Notice of Action“ von der INS (Immigtration-Behörde) Was machen wir nun?? Wie geht es weiter??  Keiner weiß so richtig Bescheid.

§         Anne (meine Sekretärin in Köln hilft mir Licht ins Dunkel zu bringen). Sie spricht mit der amerikanischen Botschaft in Deutschland. Sehr nette und hilfsbereite Leute!!! Sie verweisen uns an Internet Pages und Computerauskünfte!! Jedenfalls - wir müssen alle zurück nach Deutschland. Dann müssen die Pässen samt „Notice of Action from INS“ bei der Botschaft in Frankfurt abgeben werden und man muß warten, bis sie es bearbeiten und uns zurückschicken. (soll angeblich 10 Tage dauern). Wo sollen wir 10 Tage bleiben?  Kinder-Schule? Wir sind alle leicht angespannt!!

§         Ich plane 1 Woche, das muß reichen.  Das Gebühr bezahlen wir im voraus (durch meine Mutter) und am 26.November (Thanks-Giving!) fliegen wir alle zurück nach Frankfurt.  Wir bringen Freitags  noch alles zur Botschaft.

§         Am darauf folgenden Dienstag Post: Wau, das ging schnell. Sch.... Rebecca‘s Paß wird nicht anerkannt, ungültig,  und wir müssen noch mehr Geld bezahlen, da Sheila Engländerin ist??!!  Es wird aufregend. Sheila kann mit Hilfe meiner Mutter (ich bin in Köln) alles regeln (neuen Paß für Rebecca, Geld überweisen) und bringt alle Unterlagen am gleichen Tag zurück nach Frankfurt zur amerikanischen Botschaft.

§         Donnerstag: Die Pässen mit dem lang ersehnten VISA kommen an. Alle sind happy und wir fahren alle noch mal nach Donrath um nochmals Abschied zu nehmen. Pamira ist etwas verwundert, daß wir schon wieder zurück sind, weil wir ja gerade unsere Abschiedsfeier dort hatten. Letzte Nacht bei Iris mit Schnee zum Frühstück.

§         Samstag: Es geht zurück in die USA. Die letzte Hürde bei der Immigration in L.A. steht bevor. Hoffentlich merkt keiner etwas von unseren langen Aufenthalten zuvor.  Aber keine Probleme. Endlich sind wir alle legal den  USA!!!

 

Naja, ab dann waren wir etwas beruhigter.  Ich (Andreas) habe dann gleich meine SocialSecurity Number beantragt und das ging ausnahmsweise ohne Problem. Die war in 2 Wochen da und damit habe ich dann auch die Drivers License beantragt. Apropos beantragt!

Man traut uns Ausländer (Aliens)nicht so, was das fahren angeht. Ich mußte nämlich eine schriftliche sowie ein Fahrprüfung ablegen. Macht Spaß nach 27 Jahren!!!  Aber auch dies habe ich nun hinter mir (Sheila traut sich noch nicht so recht, aber darum kommt sie nicht herum! Fährt aber trotzdem fröhlich herum als Tour-guide für LH Freundin Pilzi, ihre Mutter und unsere Kinder – Holywood-Beverly Hills-Malibu-Santa Barbara-San Diego und Disney Land) und das Leben ist jetzt um ein vielfaches einfacher.

 

Mittlerweile haben wir das Haus soweit eingeräumt, die notwendigen Sachen neu gekauft (Waschmaschine, Grill, Rasenmäher, Schlafzimmer, Office und vieles mehr). Mittlerweile bin ich Experte im „Assemblen“ (Zusammenbauen). Alles was du hier kaufst, kommt in Einzelteilen. Normalerweise macht mir das Spaß, aber mit all der anderen Arbeit wurde es etwas viel.

Eine Großbaustelle haben wir noch: unserer Master-bath-room.  Naja – aus dem gröbsten Dreck sind wir raus und ich habe die Weihnachtsfeiertage benutzt und zu fliesen. Eins habe ich mir geschworen: es wird mein letztes Bad sein!!!  Das schlimme ist, bei all dem schönen Wetter hat man nicht unbedingt große Lust, ständig Zeit beim Arbeiten zu verbringen. Na ja, es ist bald überstanden.

 

Von Mitte Dezember bis Anfang Januar war Sheila’s Mutter hier. Sie hat Californien‘s Sonne sehr genossen und ich glaube es hat Ihr recht gut getan.  Für die Sommerferien haben wir schon alles ausgebucht. Halb England und eine Menge aus Deutschland sind zu Besuch. Was nicht bedeuten soll, daß nicht jeder herzlich eingeladen ist.

Seid Anfang der Woche hat die Schule wieder angefangen und ich habe auch einen recht streßigen Januar. Nächste Woche muß ich für 2 Tage nach Detroit. Die hatten am Wochenende Schneechaos. Mal sehen wie es wird!!

 

Es gäbe noch so viel zu erzählen, aber das reicht jetzt mal fürs erste.

Wir hoffen Euch allen geht es gut und Ihr melde Euch mal mit Neuigkeiten aus der Heimat.

Da viele schon Email haben, habe ich unsere der Adresse beigefügt.

 

Viele Grüße an alle von den Auswanderern!

 

Andreas, Sheila, Rebecca und Marc Peter