Hi alle zusammen,
Jetzt ist es schon über ein Jahr her, dass wir
Good Old Germany verlassen haben und es ist unglaublich wie schnell die Zeit
vergeht. Wir alle haben uns mittlerweile recht gut hier eingelebt, dank der
netten Nachbarschaft, die wir hier gefunden haben.
Die Kinder haben ihr erstes Jahr in der Schule gut
überstanden und haben sogar recht ordentliche Zeugnisse bekommen. Der
Abschlußtest dauert hier fast eine ganze Woche und ist fuer ganz Californien
gleich. Natürlich, wie sollte es anders sein völlig computerized, d.h. multiple
choice und Computerauswertung. Rebecca hat die Schule gewechselt und hat jetzt
Kursverfahren. Marc ist nicht so sehr begeistert von der Schule im allgemeinen
und spielt lieber mit Freunden als an Hausaufgaben zu denken. Aber beide
sprechen jezt schon recht gut english. Obwohl wir meistens deutsch zu Hause
sprechen, erwische ich Rebecca schon mal des oftern mit Sheila in english …
oder soll ich amerikanisch( Rebecca) sagen, daß trifft wohl besser zu. Der
Dialekt wird wohl nicht mehr zu ändern sein.
Apropos Sprache, nachdem wir, Marc, Rebecca und
Andreas sich recht gut an das amerikanisch gewöhnt haben scheint unser „native
speaker“ des öfteren größere Schwierigkeiten zu haben, sich zu verständigen.
Speziell das spanisch oder
vietnamesisch- englisch Mischmasch bringt Sheila beim einkaufen doch öfters auf
die Palme. Das ging schon soweit, daß wir beim Autokauf das Gespräch abbrechen
mußten und einen englisch sprechenden Verkaeufer verlangt haben. ..Das war bei Chrysler und deshalb haben wir
einen Toyota gekauft. Der verkaeufer.war schonmal in Saarbruecken,.und ich
dachte immer, daß ich hier die Problem mit der Sprache hätte...
Es gab einen kleinen Aufstand in den Fastfood
Lokal namens „Wiener Schnitzel“ wo es nichtsdergleichen gibt sondern Hotdogs in alle möglichen
varienten. Da arbeiten nur Mexicaner. Ich,
Sheila war da zum Lunch mit vier Kindern und habe mich höllisch
aufgeregt das Ich das falsche essen bekommen hatten. Habe ich auf keinen Fall
bestellt!!! Bis Nachbars Maedchen mich ans Hemd gezogen hat und alles
aufgeklaert hat. Der Angestellte hat was unverstaendliches zu mir gesagt ,Ich unschuldig genickt und
schon hatten wir den Salat er Hotdogs.
Obwohl Sheila nicht arbeitet ist sie meistens sehr
gut beschäftigt. Gymnasik, seit kurzem auch Golf und ist sie noch in diesem
Frauen-Club “Daughters of the British Empire”. Ich würde Ihn eher „Grufties of
the BE“ nennen, naja, da halte ich mich raus. Und dann werden die Kinder auch
immer anspruchsvoller. Freunde, Boyscouts-Meetings, Tanzschule für Rebecca, und
Marc geht jetzt für ein Jahr zum Kommunionsunterricht. Es ist halt immer etwas
los.Ab Januar Baseball. Marcs Geburtag in Juni war einfach, 10 Jungs mit
Badehose und Handtuch ab in den Pool, 10 Mütter mit eisgekühlte Chardonnay ab
unter den Sonnenschirm.
Der Sommer war schon recht aufregend. Ich glaube
so viel Besuch hatten wir noch nie hintereinander. Unser Haus war wie ein Hotel. Ich glaube wir hatten 12 Wochen
lang durchgehend Gäste. Aber es war sehr schön, so viele Gesichter wieder zu
sehen. Als erstes kam Lynne+Jürgen mit Familie aus Australien, dann Gaby mit
Kindern, dann Sheila’s Schwester Clare+Familie, Sebastian, Felicitas und
Anneliese und am Schluß etwas später Christoph (mein Studienkollege) und
Familie. Und wir freuen uns natürlich
auf jeden Besuch, den er bringt uns ein bißchen alte Heimat zurück. Und es gibt
immer viel zu erzählen. Nachdem wir (ich 1x und Sheila 2x) einige Touren nach
Las Vegas, Grand Canyon, Death Valley etc. unternommen hatten, und das mit viel
Fahrerei verbunden war, haben wir Anfang September 1 Woche in Cabo St.Lucas,
Mexiko verbracht mit Anneliese aus Deutschland. Das war wirklich sehr nett und
erholsam. Ich war mit den Kinder auf Hochseefischen und wir haben 15
mittel-große Brocken (Thunfisch, Mahi-Mahi) rausgeholt. Das war wirklich Arbeit
und ich dachte es würde ein Relax-trip. .Der Rest der Woche gab es gebratenen
Mahi Mahi und Thunfisch Salat a la Anneliese. Naja, der nächste Besuch von
Sheila’s ehemaligen Arbeitskolleginnen von Lufthansa ist bereits angedroht für
Januar (Magret und Uli).
Und dann habe ich mir ein kleines Spielzeug
zugelegt. Ein Bayliner 20,5 Fuß Powerboat, Hat mehr PS als mein Auto und läuft
wie der Teufel. Den Kindern macht’s sehr viel Spaß und ich übe fleißig
Wasserski (nach 3 Anläufen habe ich’s – dank Jochen‘s Tip - auch auf einem Ski geschafft). Nur der
Wasserstart mit 1 Ski scheint wirklich schwer zu sein. – Next challenge!!!
Zu Rebecca's Geburtstag haben wir uns die
Weihnachtslichter im Huntington Harbour angeschaut. Andreas mit 7 kichernden
Mädels in einem Boot. Sheila mit Freunden und Glühwein im anderen Boot!
Das ist wirklich ein Erlebnis… apropos Lichter, die durften dieses Jahr
natürlich nicht fehlen. Also haben wir uns standesgemäß Lichterketten (so
called Icicle Lights) zugelegt und letzte Woche am Haus montiert. Sieht ganz
nett aus.... Aber Santa Claus und Rentiere kommen mir nicht in den Garten....
und auch kein künstlicher Schnee... so
manche übertreiben es wirklich. Die brauchen ein ganzes Kraftwerke für all die
Beleuchtung, die sie an Haus + Garten hängen.
Da wir ja zu Thanksgiving keine Verwandten
besuchten konnten/mußten, haben wir mit einem befreundeten Kollegen-Ehepaar
(auch gerade aus England übergesiedelt) einen Kurzurlaub mit Boot am Lake
Havasu gemacht (Rainer, Uschi – erinnert ihr euch noch – London Bridge). Es war
sehr schön, noch recht warm und hat mit den Booten viel Spaß gemacht. Übrigens
Thanksgiving vor einem Jahr war unser letzter Trip zurück nach Deutschland, um
die Visa Papiere in der Botschaft in Frankfurt abzuholen. Das war auch der
letzte Besuch mit den Kindern. Die haben doch schon ab und zu Heimweh...
speziell wenn Post von Freunden und Verwandten kommt. Und ich glaube bald
müssen wir mal wieder einen Besuch in Deutschland mit der ganzen Familie
planen.
Mittlerweile haben wir auch unsere Greencard
beantragt. Vor kurzem haben wir die letzten Papiere eingereicht und jetzt
dauert es noch ca. 1 Jahr (oder auch
ein bißchen länger.. ) bis alles durch ist.
Alles im allem ging es im Vergleich zum Visa –Antrag jedoch recht
schnell.
Apropos Papiere, noch eine kleine Story zu unserem
Führerschein....“the most important plastic card for an American“. Nach wir uns beide vor genau 1 Jahr zum Test
angemeldet hatten und auch nach kleinen Hürden bestanden hatten, teilte man uns
mit, daß wir erst eine „Temporary Driver License“ erhalten und in ca 2-3
Monaten den Richtigen. Naja die 3 Monate vergingen, die vorlaufige DL lief ab
und man schickte uns gleich einen weitere, provisorische DL nach telefonisch
Rückfrage mit der Begründung, irgendwelche Papiere von der
INS(Einwanderungsbehörde) würden noch fehlen. Das ganze wiederholte sich dann
noch 2 mal, bis es mir zu bunt wurde und ich Sheila bat, dort doch mal etwas
hartnäckiger nachzufragen. Die
Standardantwort war wieder „ Papiere von INS fehlen“. Erst nachdem Sheila den
Supervisor verlangte, meinte der lapidar „Ja, ihr Mann hat das Lande
verlassen“. Worauf Sheila antwortet: „Interessant, der sitzt mir aber gerade
gegenüber am Kaffeetisch“. Worauf der Gute wohl etwas sprachlos war. Es wird wohl der Behörde gemeldet, wenn man das
Land verlaßt, aber nicht, wenn man zurück kommt. Und ich war wohl mehr als einmal
außerhalb USA unterwegs. Das schlimme ist, keiner denkt mit – alle verlassen
sich auf den Computer. Die DL hatten wir dann in 2 Wochen.
Und damit waren wir auch „Kreditwürdig“. Das wußten wir vorher auch nicht, wie das so
richtig zusammen hängt. Anders als in
Germany/Europe hängt deine Kreditfähigkeit hier nicht vom Einkommen sondern von
deiner Credit-History ab. Und die wiederum maßgeblich von Krediten, die dir
gewährt wurden, aber in Amerika und der Anzahl an Kreditkarten, die du
bekommst. Aber wie einen Kredit oder Kreditkarte bekommen, wenn du keine
Credit-History hast..hm...
Und mit beiden hatten wir erheblich
Schwierigkeiten, weil dein Leben vor USA nicht zählt – du hast einfach nicht
existiert. Wir haben nach ca. 1 Jahr
versucht bei unserer Bank (BoAmerica-wo auch mein Gehalt eingeht) eine
Kreditkarte zu beantragen, mit dem Ergebnis --- unser Antrag wurde mangels
Credit-History abgelehnt. Der nette Kerl dort teilte uns mit, daß könne noch
Jahre dauern. Und dann kam folgendes mit der Post.
Sheila, die ihren Führeschein
vor mir bekam (aber erst 1 Monat nach mir gemacht hatte..komisch) und nicht
arbeitet, erhielt gleich 3 „preapproved-vorgenehmigte“ Kreditkartenanträge.
Einer davon von unserer Bank, die uns gerade den Antrag abgelehnt hatte. That’s
life in US, hat halt nichts mit Logik
zu tun. Hier läuft halt alles per Computer.
Ira, mein Stellvertreter in UGS hat eine Kreditkarte für seine Katze
beantragt und auch bekommen......leicht schizophren. Manchmal wundert man sich
schon, wie die Amis es zum Mond geschafft haben.
Anderseits gibt es auch viele Sachen, die wir
genießen. Der Service ist halt wirklich gut. Und du kannst hier ohne Ausnahme
alles zurückbringen, ohne daß dich jemand schief anschaut. Wenn mehr als 2 in
der Schlange stehen, machen sie hier eine neue Kasse auf und packen dir noch
alles ein und wenn du’s willst, tragen sie dir die Sachen noch ins Auto
(speziell in Supermarkt).
Aber auch unsere Nachbarn sind sehr nett. Die Kinder haben mittlerweile Ihr festen
Freunde und Marc ist oftmals den ganzen Nachmittag weg zum spielen mit seinen
Freunden.
Wir sind wohl die einzige Familie in California
ohne Wäschetrockner. Ich denke die Sonne tut‘s auch. Und auch die einzige
Familie in California mit nur einen Auto. Das ist alle unbegreiflich, wo hier
sogar 16 jährlicher mit Auto zur Schule fahren. Andreas hat ein Fahrgemeinschaft und es klappt fast
immer sehr gut bis auf den letzten Tag vor den Weihnachtsferien.....Sheila
macht gerade eine kleinen Fahrradtour am Strand mit der Nachbarin ,kommt um 13
Uhr nach Hause und findet die Haustür weit offen Drei Geschäftsmänner in Anzug und Krawatte halten ein Meeting ab
vor dem Weihnachts-baum. Marc hatte in
der Schule Bauchweh, und da die Schule Angst hat vor eine Klage, lassen sie die
Kinder keinen 10 Minuten in Office zur Beobachtung sitzen sondern rufen sofort
die Eltern . Sheila nicht zu Hause .... Andreas wurde aus einem Meeting geholt,
Bob, Carpool-Kollege und Freund gebeten
zur Schule zufahren, um Marc abzuholen, der 10 Minuten später zum spielen
mit Freunden abrauschte!! That’s fun!!!
Weihnachten verbringen wir gemütlich hier zu Hause
mit Turkeydinner (das ist englisch – hier wird Turkey zu Thanksgiving gegessen)
mit Sheila’s Schwester Pauline und Mann.
Nach den Feiertagen werden wird dann für 1-2 Tage
zum Skifahren nach Big Bear fahren (nur 2 Stunden entfernt – siehe auch Bild
vom letzten April).
Silvester feiern wir ein Art Straßenfest. Wir
gehen von Haus zu Haus und feiern und essen. Jeder ist für einen Gang
zuständig. Wir haben das große Los gezogen und müssen den Hauptgang ausrichten
(ich habe mir rheinischen Sauerbraten mit Rotkohl und Knödeln gewünscht – ich
hoffe Sheila kriegt das hin) Das gibt eine Überraschung fuer all die
deutsch-stämmigen Nachbarn....
So, nun wünsche wir euch zum Ende dieses
Jahrtausends (hört sich schon merkwürdig an...oder) alles, alles Gute (ihr wißt ja, pünktlich am 31.12.1999, 24:00
werden eure Bankkontenbestände automatisch an die eingewanderte russische Mafia
nach Californien übertragen – kleiner Y2K-Bug - haha) eine besinnliches
Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue „Millenium“ – whatever it will
bring us.....
Have
a nice day!
Eure Saar-Family
from Calfiornia
Andreas,
Sheila, Marc und Rebecca
