Rundbrief Nr.6                        im Dezember 2003                Huntington Beach, Ca

 

The Saars  from  California

 

 

Es ist (war) der 24.Dezember, Rebecca spielt gerade auf dem Klavier Weihnachtslieder und ich habe endlich etwas Zeit  mich an dem computer zu setzen und ein paar Zeilen ueber das vergangene Jahr  zusammen zuschreiben und dann muss die Chefin auch noch ihren Senf dazu geben.Sind aber nicht ganz fertiggeworden, wie Ihr seht! Mein Gott, schon wieder ist ein Jahr rum, und wenn wir unseren Rundbrief von letzten Jahr lesen, kommt es uns vor, als waere es gerade erst alles passiert.  Aber ich(A) merke es an meinen grauen Haaren dass ich nachstes Jahr 50zig werde, das die Zeit nicht stehen geblieben ist.

Naja, an vieles hat man sich ja mittlereweile gewoehnt, so dass es nicht so viele lustige Geschichten mehr zu erzahlen gibt.(gut, dann wird er Rundbrief nicht so lang..).Lets go.

 

Anfang des Jahres hat sich Rebecca entschieden, einen Model Kurs zu machen. Leidergottes haben wir erst spaeter erfahren, dass der Kurs in San Diego ist.  So haben wir fuer ca 2 Monate jede 2te Woche unseren Sonntag in San Diego verbracht. Am Anfang dachte ich, wir uberstehen das nicht, aber spater hat es uns sogar gefallen, da wir viel Zeit hatten (von 10:30 – 17:30) um zu lesen, sightseeing, mir(Andreas) Segelboote anzuschauen (leider konnte ich Sheila nicht zum Kauf uberzeugen) oder einfach zu bummeln. Rebecca hat vieles dabei gelernt, aber ausser tollen Fotos ist noch nicht so viel daraus geworden. Mal sehn, was sich noch ergibt.

 

Im April haben wir dann Houston (Jim und Pauline, Sheila’s Schwester) und New Orleans besucht . Houston war nicht so aufregend, dafuer waren die Steaks und Ribs um so besser. Da Pauline nur 2 Stuehle in ihrer Wohnung hatte, sind wir dann schnell nach New Orleans aufgebrochen. Das hat sich gelohnt. Endlich etwas History, viel franzoesicher Einfluss und lots of crocodiles in den Sumpfen davor. Man muss staendig an die veschiedensten Movies denken. French Quarter, die alten Plantagen mit den Herrenhausers, die Missisipidampfer - stark. Die Friedhofe sind beeindruckend!! Endlich mal Bars, wo du nachts noch draussen sitzen kannst und gemutlich einen schluerfen!!(Nicht in den Friedhoefen natuerlich)

Fuer den Rest des Sommers hatten wir uns nichts grosses voergenommen, da Marc fuer drei Wochen nach Deutschland zu Annette und Thomas und dann zu seinem Freund Stefan nach Lohmar wollte. Und Rebecca hatte eine Einladung nach mit nach Hawaii zu kommen, mit Ihrer Freundin und Eltern. Ja so gehts den Kindern gut, und wir mussten uns danach richten.

 

Wir  haben jedoch mehrere Kleinurlaube unternommen. Ein verlaengertes Wochenende in NewYork zusammen mit Sheila’s Schwester Pauline (war nicht so eine gute Idee,die 2 Schwestern zusammen). Das war eine Woche vor dem Blackout. Ich hatte mir es nicht vorstellen koennen. In der Metro oder die Treppen vom Empire State Building zu Fuss runter. Es hat uns gut gefallen, aber ich weiss nicht, ob ich dort wohnen konnte. Man muss auf die Hektik eingestellt sein. Aber einen Besuch ist NY definitiv wert.  Naturlich waren wir an „Ground Zero“. Sehr beeindruckend – man bekommt einen vagen Eindruck, wie es dort zugegangen ist. Habe unsere deutschen Businessparter auf einer grossen Tafel mit allen Gestorbenen gefunden.  Naturlich mussten wir alle aus Film und Serien bekannten Orte, aufsuchen z.B. Tavern On the Green in Central Park. John Lennons memorial Garten, Oak Room restaurant im Plaza Hotel, Rainbow Room Bar and Grill ganz oben im Radio City City Music Hall. Meistens war es Pauline dann aber zu teuer und sie ging schon ofters mal einfach auf und davon!Und hat uns sitzen lassen ! Der Hohepunkt war das Kaufen der Theaterkarten (NY ohne Broadway Musical geht nicht). Um einigermassen ertragliche Preise zu erzielen ($50 anstatt $100 und mehr) steht man gegen 3:00pm (grosste Hitze) mitten auf dem Timessqaure in einer Schlange, um vergunstigte Tickets zu bekommen. Sheila blieb brav stehen, Pauline, Becky und Ich haben uns die geschaefte in der Naehe und den Strassenhaendler angeschaut. Nach ca. 11/2 Stunde, unmittelbar bevor Sheila daran kam, entschloss sich Sheila’s Schwester aufeinmal, doch nicht ins Theater zu gehen (war bislang das wichtigste ueberhaupt), worauf Sheila in einen kleiner Wutanfall ausbrach, beide sich heftig anbellten und die Leute hinter uns aufeinmal fragten, ob wir zufaellig aus Liverpool sind. Danach musste ich mich leider von den beiden entfernen, fuer den Fall, das die Polizei eingreifen muesste...

 

Dann haben wir noch einen Segeltorn (verlaengertes Wochenende) nach Catalina Island unternommen. Eigentlich mein Traum und es war auch recht schoenes Wetter und halbwegs guter Wind, zumindestens am Nachmittag, aber den Damen war es zu eng und nachts hat es dann auch noch etwas geschaukelt, so dass sich nicht richtig schlafen konnten... Naja es geht nichts gegen einen richtigen Mannertorn. Wann kommt ihr mich endlich mal besuchen!

 

Den Rest des Sommer haben wir uns mit Umbauarbeiten im Garten beschaeftigt.Viel dreck und Schweiss, aber den Kindern hat es Spass gemacht. Teilweise war die ganze Nachbarschaft bei uns versammelt.Jetzt koennen wir mit nur einer Handbewegung jederzeit ein Lagerfeuer machen.(gas)Geplant war das ganze viel frueher, damit es im Sommer fertig ist, aber wie das so ist, es dauert immer langer als man denkt. Ich weiss Theo, gegen euren Umbau war das nur Peanuts!!

 

Ende der Sommerferien waren wir dann noch einmal alle zusammen mit dem Boot unterwegs nach Norden (Modesto). Das war der erste grossere Ausflug mit unserem neuen Boot, welches wir Anfang dieses Jahres gegen unser altes eingetauscht haben. Allerdings mussten wir einige Erpressungskuenste an Sheila einsetzen. Sie ist wenig entscheidungsfreudig wenns um groessere Betraege geht!. Aber das neue Boot hat jetzt ein Portapotty – heisst portable Toilette fuer Notfaelle u Picnic/cocktail Tische und ein Bimini,(sonnenshirm) Der Ausflug in den Norden war interesant. Zu erst waren wir an einem See, der sehr verschungen in den Bergen lag, in der Nahe der alten Goldgraeberstrasse. Leider hatte ich die Kapazitaet meines Benzintanks untersschaetzt. Und so mussten wir auf der allerlezten Runde abgeschlept werden von 3 nicht so freundliche Amerikaner, die lieber Wasserski fahren wollten. Ja, ich musste unbedingt noch eine Runde fahren obwohl es fast schon dunkel war!!! Peinlich, wie Sheila und die Kinder meinten. Ich dachte besser hier als auf dem Ocean...  den Rest des Urlaubs haben wir mit Freunden und Nachbarn verbracht.

 

ENDLICH haben wir ein Celebrity Sighting. Nach 5 Jahren Detectivarbeit, Hollywood Tours, Beverly Hills Suchtrips und Studio Tours. Sheila hat ein Prominenten getroffen und sogar aeltere, schwaechere Gestalten aus dem Weg geschuppst um Arnold Schwarzenegger den Hand zu schuetteln. Hooray!! Ich war zufaellig mit einer Freundin und meinem Fahrrad unterwgs am Strand entlang,richtung „ Ruby’s“ zum mittagessen(ein ganz gewoehnliche Tag in Oktober)  als wir am Pier die Mengen Leute und T.V. Kameras sahen.  Ja, Arnie mag Huntington Beach weil die Buerger conservativ!? sind. Heisst: Republicans.Es war kurz vor der Wahl.Wir koennen natuerlich nicht waehlen da wir Aliens sind. (JA genau,im Woerterbuch heisst das Ausserirdische.)

 

Und dann kam „Katharina die Grosse“.  Sie ist nicht nur gross, sondern hat auch grossen Appetit und hatte grosse Reiseplane. Die allerdings konnten die nicht ganz erfuellt werden, da man in den US erst mit 21zig volljaehrig ist. Deswegen darf man auch nicht alleine nach LasVegas und dort ohne Begleitung ubernachten(so ein Pech) oder in  Discos und bars. Aber sie hatte sich an das amerikanische Leben schnell gewoehnt und nach ein paar Wochen war Shopping ihre Lieblingsbeschaftigung. Besonders Schuhe, die sie gleich im Dutzend gekauft und per U.P.S. nach Deutschland verschickt hat. Alles in allen hat sie doch viel gesehen und ich denke, dieser USA Aufenthalt wird ihr lange in Erinnerung bleiben. Stimmts – Katharina? “ Bagelknappheit in Kalifornien endlich vorueber!“ stand dann auf der titleseite von der Orange County Zeitung.

 

Der Rest des Jahres ging schnell vorbei. Thanksgiving sind wir diesmal zu Hause geblieben und haben Turkey bei Bob (Carpool Kollege) genossen.

Wein Tasting mit Klaviermusik im Hintergrund von Rebecca (der Unterricht macht sicht  endlich bezahlt!) stand noch auf dem Program und dann wars auch schon Weihnachten.

 

Unser E.D.S. Weihnachtfeier, die aus Kostengruenden (wenn der Firmenchef nicht gleich 10 Million im Jahr verdient mussen die anderen sparen.Bemerkung von Sheila) zum Pot Luck umfunktioniert wurde (heisst jeder bringt etwas mit wie Nudelsalat od Frikadellen) gab es auch „Stollen“ (sieh an, die Zahl der Deutschstammigen waechst konstant).

Diemal waren wir reichlich verpflegt mit allerlei Weihnachtsgeback. Meistens von Mutti.Danke an Pilzi fuer dieLeckereien in October schon abgeschickt. Sie kamen gerade rechtzeitig an. Aber auch von den Nachbarn in unserer Strasse. Dies ist so Tradition, das jeder etwas selbst gebackenens verschenkt. Von den Saar’s gibt es immer sebstgegorenes: eine Flasche „Saar Wine“.  Und die meisten trinken ihn gleich zum Weihnachtsessen. Diesmal gab es 2001 Cabernet Merlot..

 

Langsam wird es schwierig weiter neue „Drive-Throughs“ zu finden.  Hier das neuste: Kaffee und Kuchen Drive Through. Nein, keine Schwarzwaelderkirschtorte..  In Papbechern und –tellern.  Nicht ganz so gemuetlich wie bei uns – oder?? Das sind Starbucks und andere teure coffeeeshops die gerade „ in“ sind. Die Leute holen sich ihren Fruehstck: Latte/Cappucino und ein Muffin und essen es auf dem Weg zur Arbeit ohne aus dem Auto zu steigen und in der dritte Hand haben sie ihren Handy und erzaehlen der gerade vor 10 minuten verabschiedete Partner...Ja, Ja ich habe gerade Kaffee geholt... Ja der Verkehr ist wieder furchtbar... Ja ich bin gerade an der Ampel... Ja in 30 min bin ich im Buero....Oops da ist mir ja der Kaffee ausgelaufen...Rufe dich gleich wieder an....

Ubrigens seit 7th January gibt es noch eine Kalifornischefahrerin auf den schon so ueberfuellten Freeways von L.A. Rebecca hat ihren Fuehreschein mit 16 Jahren und 3 Wochen gemacht!! Zum Glueck hat sie kein Handy.

 

 

So, jetzt wuenschen wir allen ein gutes Neue Jahr, viel Gesundheit und Erfolg in 2004 und Ihr wisst ja, jeder ist herzlich willkommen in der Fieldbury Lane in Huntington Beach, California. Uebrigens, dieses Jahr war es sehr ruhig in Bezug auf Besucher. So langsam vermissen wir den Trubel...

 

HASTA LA VISTA BABY

 

The Saar Family